Brückenbau zwischen Mittel- und Osteuropa

Förderverein ermöglicht Forschungsaufenthalt eines weißrussischen Wissenschaftlers in Nordrhein-Westfalen. Dr. Aleksandr Grachotskiy unterstützt die Villa ten Hompel und diskutiert mit Schülerinnen und Schülern in Aachen über die Lage in Belarus und der Ukraine.

Besonderen Besuch erwartet die Heinrich-Heine-Gesamtschule Aachen-Laurensberg aus Gomel: Der weißrussische Wissenschaftler Dr. Aleksandr Grachotskiy, der gegenwärtig Gast und Forschungspartner des Fördervereins der Villa ten Hompel in Münster ist, wird mit zwei Sowi-Kursen im 12. Jahrgang die Lage in Belarus und in der Ukraine analysieren; und zwar rund um Fragen der Erinnerungskultur zu deutschen Besatzungsherrschaft während des Zweiten Weltkriegs, aber auch auf die heikle politische Situation in der Gegenwart bezogen. Aktuell hatte der Ukraine-Konflikt die Welt durch die Diplomatie am Wochenende beim G20-Gipfel im australischen Brisbane beschäftigt, dort u.a. angesichts neuerlicher Unterredungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin. Auch im belarussischen Minsk wird intensiv verhandelt.

Dr. Aleksandr Grachotskiy, der fließend Weißrussisch, Russisch, Polnisch und Deutsch spricht, unterstützt über mehrere Wochen das Team für die neue Ausstellungskonzeption in der Villa ten Hompel. Er übersetzt Quellen und liefert Hintergrundinformationen zur Historie in Belarus. Beruflich ist der 30-Jährige als Dozent am Lehrstuhl für Theorie und Rechtsgeschichte an der F. Skaryna Universität Gomel tätig, konkret mit Schwerpunkt Rechtsgeschichte und Menschenrechte. Die Großstadt Gomel liegt nahe der Grenze zwischen Belarus und der Ukraine, wobei der Kontakt während einer Konferenz im polnischen Oświęcim geknüpft worden war. In der KZ-Gedenkstätte Auschwitz und im katholischen „Zentrum für Dialog und Gebet“ hatten Grachotskiy und Stefan Querl aus dem Team der Villa ten Hompel mit Delegationen des Maximilian-Kolbe-Werks Freiburg KZ-Überlebende interviewt und spezielle Fortbildungsangebote im mittel- und osteuropäischen Erfahrungsaustausch wahrgenommen. Auch in 2015 wird eine ähnliche internationale Tagung Brücken bauen, zu ihr können sich Lehrerinnen und Lehrer bis 30. November online anmelden. Details zu Programm, Kostenrahmen und Reise: auschwitz-im-unterricht.blogspot.de