22 – Vom Nationalsozialismus zum Wiederaufbau

Fragebögen – eingesetzt im Rahmen der Entnazifizierung

Fragebögen wurden in den Westzonen Deutschlands im Rahmen der Entnazifizierung eingesetzt. Wer nicht unter die Kategorie der Betroffenen fiel, erhielt den Bescheid: “Vom Gesetz nicht betroffen”. Die Betroffenen wurden von Spruchkammern abgeurteilt.

Quelle: Hans Galen, Joachim Kuropka, Helmut Lahrkamp (Hg.), Geschichte original – am Beispiel der Stadt Münster, Münster 1987, Heft 15, Blatt 8

Entnazifizierung in Zahlen

Bis 1947 hat die Militärregierung die Entnazifizierungsverfahren in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. 1947-1951 waren die Verfahren in deutscher Hand. Insgesamt sind in NRW ungefähr 800.000 Menschen überprüft worden – das entspricht etwa 10% der Bevölkerung über 18 Jahre.

  • 90 – Hauptschuldige und Belastete
  • 33 531 – Minderbelastete
  • 159 630 – Mitläufer
  • 624 568 – Entlastete

Ergebnis: 95% der NRW-Bevölkerung (über 18 Jahre) wurden als Mitläufer oder Entlastete eingestuft.

Quelle: Politik und Alltag im Gründungsjahr Nordrhein-Westfalen Ausstellung des Landesarchivs und des Landtags, Düsseldorf 2006
s.a. Dominik Reinle, Politische Säuberung in Nordrhein-Westfalen nach dem Zweiten Weltkrieg Entnazifizierung oder “Entsorgung”?
http://www.1.wdr.de/Themen/archiv/sp_wiederaufbau/entnazifizierung108.html

Aufruf zur Trümmerbeseitigung

Nach der ersten Räumung von Straßen und Grundstücken direkt nach dem Krieg in Münsters Stadtgebiet beschloss die Stadtvertretung am 10. Mai 1946 auch im Auftrag der Militärregierung, dass alle Männer im Alter von 16–60 Jahren, die in Münster beschäftigt waren, eine Woche zu Räumarbeiten heranzuziehen seien. Frauen und Mädchen konnten sich freiwillig an den Arbeiten beteiligen.