Die gute Idee fördern

Seit seiner Gründung unterstützt der Förderverein vor allem die pädagogisch-historische Arbeit am Geschichtsort Villa ten Hompel. Im Folgenden werden einige der bisher geförderten Projekte kurz dargestellt.

Die Reihe “Villa ten Hompel aktuell”

Seit 2000 gibt der Förderverein die Reihe “Villa ten Hompel aktuell” heraus, in der vor allem aktuelle Forschungsdiskurse und Regionalstudien veröffentlicht werden.

Bisher sind erschienen:

  • Geschichtsort Villa ten Hompel: Berichte aus dem Jahr 2012. Villa ten Hompel aktuell 18, Münster 2013 (im Erscheinen).
  • Stefan Klemp: “Rücksichtslos ausgemerzt” – Die Ordnungspolizei und das Massaker von Lidice. Villa ten Hompel Aktuell 17, Münster 2012; 7,50 EUR.
  • Matthias M. Ester; Christoph Spieker: Widerstände gegen den Nationalsozialismus im Münsterland. Katalog und Dokumentation der Wanderausstellung. Villa ten Hompel Aktuell 16, Münster 2011; 7 EUR.
  • Tom Wulf: “Täglich klüger werden” – Der Archivar Dr. Heinz Boberach und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Villa ten Hompel Aktuell 15, Münster 2011; 7,50 EUR.
  • Klare, Heiko / Sturm, Michael (Hg.): “Dagegen!” Und dann…?! Rechtsextreme Straßenpolitik und zivilgesellschaftliche Gegenstrategien in NRW. Villa ten Hompel aktuell 14, Münster 2011; 5 EUR.
  • Ester, Matthias / Grunendahl, Dennis / Spieker, Christoph / Volmer-Naumann, Julia: Widerstände gegen den Nationalsozialismus in Münster und im Münsterland. Deutsch-französische Dokumentation der Ausstellung in Orléans. Villa ten Hompel aktuell 13, Münster 2010 (vergriffen).
  • Anja Gussek, Daniel Schmidt, Christoph Spieker: Öffentliche Zensur und Bücherverbrennung in Münster. Eine Dokumentation herausgegeben aus Anlass der Enthüllung einer Gedenktafel am 6. Mai 2009. Villa ten Hompel aktuell, Münster 2009; 5 EUR.
  • Andreas Determann, Matthias M. Ester, Christoph Spieker: Die Deportationen aus dem Münsterland. Katalogband zur Ausstellung im Gepäcktunnel des Hauptsbahnhofs Münster vom 18. Mai bis 15. Juni 2008. Münster 2008. Mit SW-Abb. Villa ten Hompel Aktuell 11, Münster 2008; 5 EUR
  • Andreas Determann, Matthias M. Ester, Christoph Spieker: Die Deportationen aus dem Münsterland. Katalogband zur Ausstellung im Gepäcktunnel des Hauptsbahnhofs Münster vom 18. Mai bis 15. Juni 2008. Mit farbigen Abb. Villa ten Hompel Aktuell 10, Münster 2008; 15 EUR
  • Richer, Timm C. (Hg.): Krieg und Verbrechen. Situation und Intention: Fallbeispiele. Villa ten Hompel Aktuell 9, München 2006; 36,90 EUR
  • Bröhl, Peter: Wasserschutzpolizei in drei Zeitepochen. Zur Geschichte der Wasserschutzpolizei auf dem Rhein von 1920 bis 1953. Villa ten Hompel Aktuell 8, Frankfurt 2006; 59 EUR
  • Determann, Andreas / Simonsmeier, Jörg / Spieker, Christoph (Hg.): Der 20. Juli 1944. Aufstand des schlechten Gewissens. Veranstaltungsreihe von Ev. Forum Münster e.V., Geschichtsort Villa ten Hompel, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Villa ten Hompel Aktuell 7, Münster 2004; 4 EUR
  • Spieker, Christoph (Hg.): Freund oder Vijand? Een groene politieman in het Nederlandse verzet. Ein „Grüner Polizist” im niederländischen Widerstand. Villa ten Hompel Aktuell 5, Münster 2004; 12 EUR
  • Kenkmann, Alfons / Spieker, Christoph (Hg.): 100 Jahre Frauen in der deutschen Polizei: Dokumentation eines Symposiums im Geschichtsort Villa ten Hompel. Villa ten Hompel Aktuell 4, Münster 2004; 10 EUR
  • Buskotte, Frank / Querl, Stefan / Zülsdorf, Meik. Deutsch-Israelische Ges., Franz-Hitze Haus: Aus der Geschichte lernen?! Gedenkstättenfahrten nach Bergen-Belsen und Buchenwald. Villa ten Hompel Aktuell 3, Münster 2003; 3 EUR
  • Houwink ten Cate, Johannes / Kenkmann, Alfons (Hg).: Deutsche und holländische Polizei in den besetzten Niederlanden. Villa ten Hompel Aktuell 2, Münster 2002; 9 EUR
  • Reddemann, Karl: Materialien zur aktuellen Diskussion über Zwangsarbeit und Entschädigung. Villa ten Hompel Aktuell 1, Münster 2000 (vergriffen).

Ausstellung “Widerstände im Münsterland”

Widerstände im Münsterland

Zur Ausstellung „Widerstände gegen den Nationalsozialismus in Münster und im Münsterland“, die Anfang Mai anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Städtepartnerschaft Münster – Orléans” in der französischen Partnerstadt zu sehen war, ist im Juni der zugehörige Katalog erschienen. Wie auch die Ausstellung macht der Katalog auf Menschen aufmerksam, die „kleineren Widerstand“ gegen das nationalsozialistische Regime im Alltag leisteten. Er stellt dabei die Geschichte des Widerstands im Münsterland aus einer unerwarteten Perspektive dar. Neben bisher bekannten Symbolfiguren, die dem Widerstand zugeordnet werden wie Bischof Graf von Galen, stellen die Ausstellungsmacher eine Vielzahl bisher kaum beachteter widerständiger Biographien vor. Dabei spürten sie Widerständen gegen das NS-Regime in den unterschiedlichsten Bereichen nach: kleinen Gesten im Alltag in der Schule und Nachbarschaft, Protesten in der Politik und in kirchlichen Gemeinden, Hilfeleistungen gegenüber Verfolgten, aber auch ungehorsamen Soldaten.

Die Frage danach, welche Handlungen unter den Begriff Widerstand fallen und die Erkenntnis, dass es im Münsterland nicht eine gemeinsame Widerstandsbewegung gab, sondern getrennte kleinere widerständige Biographien, stehen im Mittelpunkt der Dokumentation. Viele dieser im Katalog vorgestellten Menschen waren aber auch Teil des NS-Regimes und vereinten in ihrer Biographie somit widerständige und System stützende Aspekte. Folglich weist der Katalog auch auf unterschiedlichste Motive für Widerstand und Hilfe hin, die von religiöser oder politischer Überzeugung über selbstverständliche Menschlichkeit bis hin zu eigennützigen Motiven wie der persönlichen Bereicherung von einzelnen Fluchthelfern reichten. Die einzelnen Personen werden mit kurzen Biografien und historischem Bild- und Textmaterial vorgestellt.

Passend zur Partnerschaft enthält die Dokumentation einen französischen Teil, der sich durch den Abdruck von Originalquellen und deren französische Übersetzung auch als Unterrichtsmaterial für den Geschichts- bzw. den bilingualen Unterricht in der Schule eignet.

Storia et Memoria

Italienische Schüler/innen in der Villa

Das Projekt „Storia e Memoria“ kombiniert Forschung und Diskussion über den Nationalsozialismus, den Italienischen Faschismus und den tschechischen Stalinismus der 1950er Jahre in einem Projekt, mit einem Schwerpunkt auf der Darstellung von  biographischen Einzelschicksalen.

Mit Unterstützung des Förderverein konnte der Geschichtsort Villa ten Hompel Zeitzeugen-Interviews auswählen, die drei unterschiedliche Perspektiven repräsentieren:

  • Die Verfolgungserfahrung des jüdischen Opfers Rolf Abrahamson
  • die Zuschauersicht des jungen Mädchens Ursula Knoben
  • und die Rolle eines beteiligten Akteurs mit dem Polizisten Wilhelm Hetzler.

Die im Projekt entstandene  DVD ermöglicht einen vergleichbaren Blick auf das Verhalten in der NS-Diktatur, indem einer Matrix mit vier Schritten gefolgt wird.

Zu Jahresbeginn 2010 wurden die Interviewausschnitte in Italien und Deutschland  nach einem Gedenkstättenbesuch präsentiert und besprochen. In Zusammenarbeit mit Professor Norbert Nowotsch von der Fachhochschule für Design in Münster konnte der Geschichtsort Villa ten Hompel im Mai 2010 zudem ein kommunikatives Kunstprojekt realisieren. 40 Italienische Studenten beteiligten sich mit 12 Begleitern an dem Projekt in Münster. In einem intensiven Zwei-Tagesworkshop erfuhren die Teilnehmer exemplarisch die drei Dimensionen eines Verfolgten, eines Zuschauer und eines Täters anhand von multiperspektivischen Materials der Gedenkstätte.

Bauwagen gegen Rechts

Außenansicht des Bauwagens

Von Jugendlichen gestaltet: Der Bauwagen.

Im Rahmen des Lokalen Aktionsplans Münster konnte der Förderverein in den Jahren 2007 und 2008 ein aufsuchendes pädagogisch-historisches Projekt verwirklichen. Mit dem “Bauwagen gegen Rechts” machte sich ein dreiköpfiges Team auf den Weg und besuchte Münsteraner Jugendzentren, Stadtfeste und Schulhöfe. Ausgestattet mit Infomaterial, inhaltlichen Methoden und Modulen und vor allem einem “großen offenen Ohr” erreichten sie mehrere hundert Jugendliche und MultiplikatorInnen, um über Rechtsextremismus und Rassismus aufzuklären und zu diskutieren. Gestaltet wurde der Bauwagen von Jugendlichen in der außerbetrieblichen Ausbildung im Handwerkskammer-Bildungszentrum (HBZ) Münster, inhaltlich wurde zusammen mit verschiedenen Fachleuten und Schulklassen das Konzept entwickelt und erprobt.